Rennstrecke

Eckert HONDA mit Historie

Auf dem Jahrestreffen des HONDA CB 750 FOUR Club im Sommer 2025 lerne ich Peter S. kennen, der seine ECKERT Honda präsentiert. Das Motorrad blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. (Foto: Archiv Fessler)

Armin

Peter hat ein Werbesegel dazu gestellt hat, auf dem das Motorrad auf Rennstrecken-Fotos aus den Siebziger Jahren zu sehen ist. Er hat sie nach längerer Standzeit aus einem Nachlass vom Sohn des ehemaligen Besitzers erworben, ein Zufallsfund bei der Suche nach Ersatzteilen. Ich finde solche Fahrzeuge mit Historie immer besonders interessant, und lass mir von Peter die Geschichte erzählen.

Max Fessler auf BSA in Schotten… (Foto: Archiv Fessler)
…und in Hockenheim. (Foto: Archiv Fessler)

Die Eckert-HONDA wurde von 1973 bis 1983 von Max Fessler bei Straßenrennen (Zuvi) und auf permanenten Rennstrecken eingesetzt. Max Fessler, regionale Motorsportgröße in seiner Heimatstadt Friedrichshafen hatte sich mit dem Rennvirus 1944 in Steinhausen bei Bad Schussenried bei einem Onkel infiziert. Die Familie war dort untergekommen, das Elternhaus in Friedrichshafen war bei einem Luftangriff zerstört worden.

Jetzt muss die Eckert HONDA ran! Ich erinnere mich an meine Anfänge mit VW Polo und Obi-Anhänger hinten dran. (Foto: Archiv Fessler)
In den Siebzigern: Technische Abnahme vor den 1000 Km von Hockenheim.

In jenen Jahren begann die Leidenschaft für Fußball und Motorräder. Er erlernte das Werkzeugmacher-Handwerk und arbeitete lange Jahre bei ZF in Friedrichhafen, am Schluss als freigestellter Betriebsrat. Sein berufliches Know-How und der Job bei den Zahnrad- und Getriebe-Spezialisten waren ideale Voraussetzungen für den Privat-Fahrer und Mechaniker in Personalunion, und ermöglichten ihm ohne Sponsor, die Maschine konkurrenzfähig aufzubauen und am Laufen zu halten.

Im Zweikampf mit einer Ducati. (Foto: Archiv Fessler)
In den Siebzigern ein erfolgreiches Team: Rechts Max Fessler, links Karl-Heinz Kees. Wer bei Langstreckenrennen gut abschneiden will, braucht eine gute Boxenmannschaft. Den Part übernahm der Sohn Uwe Fessler, Bildmitte. (Foto: Archiv Fessler)

Max Fessler wurde am 29.03.1936 in Friedrichshafen geboren. Er war Mitbegründer der „Renngemeinschaft Graf Zeppelin“ im ADAC Ortsclub Friedrichshafen, auf einer BSA er seine ersten Rennen. Mit Beginn der siebziger Jahre begann er im Rahmen der Zuvi-Rennen auch die 1000 Km von Hockenheim und andere Langstreckenrennen zu fahren. Dafür kam die Eckert HONDA 1973 in die Garage.

Max Fessler auf Laverda Formula 500… (Foto: Archiv Fessler)
…und auf Egli Kawasaki. (Foto: Archiv Fessler)

Auf der Rennstrecke bewegte er u. a. auch eine 750er Norton, eine Laverda Formula 500 und eine Egli-Kawasaki, teilweise recht erfolgreich. Auch im Alter von 80 Jahren spielte Max Fessler noch Fußball und fuhr bis Anfang der 2000er Motorrad. 2019 feierte die „Renngemeinschaft Graf Zeppelin“ mit Max Fessler ihr 50-jähriges Bestehen. 2024 ist er im Alter von 88 Jahren gestorben.

Comeback: Nach langer Pause steht die Eckert HONDA mit einem sichtlich glücklichen Peter wieder auf der Start-Ziel-Geraden in Hockenheim. (Foto: Peter S.)

Die ganze Geschichte könnt ihr in der MOTORRAD CLASSIC Heft 9/2026 nachlesen.

Peter mit der Eckert 2025 am Nürburgring (Foto: Ralf Klinkhammer)