Es war 1982, im ersten Jahr meines Studiums. Zwar hatte ich noch immer mein Zimmer in der elterlichen Wohnung in Backnang, schließlich sattelte ich etwa alle drei bis vier Wochen zwischen März und November die HONDA und fuhr in die alte Heimat, aber nach und nach nahm ich das was ich brauchte und was mir wichtig war, mit in die Studentenbude. Und beim Räumen fiel mir dann auch das alte „Werkbuch für Jungen“ in die Hände. Und darin fand sich eine Bauanleitung für ein Holz-Kajak.
Tatsächlich habe ich mal für kurze Zeit darüber nachgedacht, Journalismus und/oder Pressefotografie als Berufsziel anzusteuern, denn die Macht der Worte und Bilder war mir schon früh klar. Heute bin ich froh, diese Idee wieder verworfen und mir so ein schönes Hobby erhalten zu haben. Politisch engagiert habe ich mich dann nicht vom Schreibtisch aus, sondern da wo ich konkret handeln konnte, und eine direkte Wirkung gespürt habe. Und spannend ist, welche Aktualität die Themen von damals auch heute wieder, oder besser noch haben.
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie und Aktualität, ausgerechnet jetzt die Fotos unserer USA-Reise 1994 zu sichten. Wir fanden schon damals den Visum-Antrag mit entsprechendem zeitlichen Vorlauf recht aufwendig. Heute wird erheblich mehr verlangt, und ob man einreisen darf und auch ohne Probleme wieder ausreisen darf, ist sehr viel unsicherer geworden. Alleine dieser Beitrag würde wahrscheinlich – sofern er bekannt würde – ein Problem darstellen. Nun, er steht ja nicht in einem Sozialen Netzwerk, und ich plane keine USA-Reise.
Wie hat das alles bei mir angefangen? Diese Frage ist mir gekommen, als ich vor einiger Zeit angefangen habe, meine Dias und Negative zu ordnen und zu digitalisieren. Dann kamen aus dem Nachlass meines Vaters und Großvater noch viele Fotos, Negative und 8-mm-Filme dazu, und mir wurde klar, dass es in meiner Familie wohl schon immer eine gewisse Affinität zu Celluloid gab.
Jeder moderne Kleinwagen hat heute mehr Digitaltechnik in sich, als die Mondlandefähre 1969. Und die Entwicklung geht rasant weiter. Umso interessanter finde ich den Blick zurück auf alte Fotos aus dem Familienalbum, zumal er deutlich macht, mit wie wenig bescheidenem Wohlstand die Kriegskindergeneration Anfang der fünfziger Jahre gestartet ist. Ein solcher Blick könnte manche Unzufriedenheit in den heute oft geführten Neid-Debatten etwas relativieren. Womit ich keinesfalls die massive Zunahme extremen Reichtums einiger weniger und die daraus fast immer resultierende Bedrohung von demokratischen Gesellschaften unserer Zeit verharmlosen möchte.
2023 habe ich den Haushalt meines Vaters aufgelöst, da der Umzug in ein Pflegeheim einige Zeit zuvor unumgänglich geworden war. Dabei kam eine Fülle von Fotos und Filmen zum Vorschein. Viel davon kannte ich, aber vieles auch nicht. Nach und nach digitalisiere ich das Material, und dabei hat sich mir immer wieder eine Frage aufgedrängt: Erwirbt man das Interesse für bestimmte Themen als genetische Anlage oder über die Sozialisation? Vermutlich beides.
Zwei Räder können schon im frühen Kindesalter prägenden Einfluss haben. Lange Zeit spielte mein Fahrrad eine wichtige Rolle, die ganze Clique radelte damals gerne und viel. Dann stiegen die Ersten auf’s Mofa um und auch ich wurde wie viele von uns vom Virus für’s motorisierten Zweirad befallen. Interessant ist, dass manche dem nicht verfielen, aber trotzdem ihren Status in der Clique nicht verloren haben. Und dass sie dem Fahrrad bis heute verfallen sind. Bei einem von ihnen fiel mir kürzlich sein Profilbild auf. Obwohl wir weit auseinander wohnen, haben wir seit unserer gemeinsamen Oberstufenzeit bis heute Kontakt. Halb im Scherz bat Eberhard, genannt ‚Emse‘ um einen Beitrag für diese Website, und er war tatsächlich der Erste, der geliefert hat. Und weil Fotos so viel Leidenschaften, über die Vergangenheit und unsere Geschichte erzählen, soll er in diesem Beitrag unter dieser Rubrik zu Wort kommen.
Vor einiger Zeit habe ich von meinem Vater Fotoalben, Negative und Dias übernommen, die zum Teil noch von meinem Großvater stammen. Das Familienarchiv sozusagen. Und eine ganze Kiste mit 8-mm-Filmen, die mein Vater gedreht hat. Gefilmt hat er, solange ich denken kann. Der älteste Film ist noch schwarz-weiß und stammt etwa aus dem Jahr 1962.
Es ist im Moment bestes Wetter, aber noch saukalt. Klar, echte Windgesichter schreckt das nicht ab, die ersten habe ich in den letzten sonnigen Tagen schon gesehen. Aber nach fünfzehn durchgefahrenen Wintern zwicken meine alten Knochen bei diesen einstelligen Temperaturen dann doch schnell mal. Auf’s Sofa flätzen und einen Film schauen ist also eine Option.
Ja, das Thema Motorrad ist der Schwerpunkt dieser Website. Aber klar, es gibt auch noch andere reizvolle handwerkliche Tätigkeiten, nicht nur das Schrauben an Motorrädern. Tätigkeiten, deren greifbares Ergebnis dann ebenfalls neue Erfahrungen und einigen Spaß bringen können. Und Abwechslung kann gut tun und neue Horizonte eröffnen.