
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie und Aktualität, ausgerechnet jetzt die Fotos unserer USA-Reise 1994 zu sichten. Wir fanden schon damals den Visum-Antrag mit entsprechendem zeitlichen Vorlauf recht aufwendig. Heute wird erheblich mehr verlangt, und ob man einreisen darf und auch ohne Probleme wieder ausreisen darf, ist sehr viel unsicherer geworden. Alleine dieser Beitrag würde wahrscheinlich – sofern er bekannt würde – ein Problem darstellen. Nun, er steht ja nicht in einem Sozialen Netzwerk, und ich plane keine USA-Reise.
ArminWie hat das alles bei mir angefangen? Diese Frage ist mir gekommen, als ich vor einiger Zeit angefangen habe, meine Dias und Negative zu ordnen und zu digitalisieren. Dann kamen aus dem Nachlass meines Vaters und Großvater noch viele Fotos, Negative und 8-mm-Filme dazu, und mir wurde klar, dass es in meiner Familie wohl schon immer eine gewisse Affinität zu Celluloid gab.
ArminJeder moderne Kleinwagen hat heute mehr Digitaltechnik in sich, als die Mondlandefähre 1969. Und die Entwicklung geht rasant weiter. Umso interessanter finde ich den Blick zurück auf alte Fotos aus dem Familienalbum, zumal er deutlich macht, mit wie wenig bescheidenem Wohlstand die Kriegskindergeneration Anfang der fünfziger Jahre gestartet ist. Ein solcher Blick könnte manche Unzufriedenheit in den heute oft geführten Neid-Debatten etwas relativieren. Womit ich keinesfalls die massive Zunahme extremen Reichtums einiger weniger und die daraus fast immer resultierende Bedrohung von demokratischen Gesellschaften unserer Zeit verharmlosen möchte.
Armin