
Jeder moderne Kleinwagen hat heute mehr Digitaltechnik in sich, als die Mondlandefähre 1969. Und die Entwicklung geht rasant weiter. Umso interessanter finde ich den Blick zurück auf alte Fotos aus dem Familienalbum, zumal er deutlich macht, mit wie wenig bescheidenem Wohlstand die Kriegskindergeneration Anfang der fünfziger Jahre gestartet ist. Ein solcher Blick könnte manche Unzufriedenheit in den heute oft geführten Neid-Debatten etwas relativieren. Womit ich keinesfalls die massive Zunahme extremen Reichtums einiger weniger und die daraus fast immer resultierende Bedrohung von demokratischen Gesellschaften unserer Zeit verharmlosen möchte.
Armin2023 habe ich den Haushalt meines Vaters aufgelöst, da der Umzug in ein Pflegeheim einige Zeit zuvor unumgänglich geworden war. Dabei kam eine Fülle von Fotos und Filmen zum Vorschein. Viel davon kannte ich, aber vieles auch nicht. Nach und nach digitalisiere ich das Material, und dabei hat sich mir immer wieder eine Frage aufgedrängt: Erwirbt man das Interesse für bestimmte Themen als genetische Anlage oder über die Sozialisation? Vermutlich beides.
ArminZwei Räder können schon im frühen Kindesalter prägenden Einfluss haben. Lange Zeit spielte mein Fahrrad eine wichtige Rolle, die ganze Clique radelte damals gerne und viel. Dann stiegen die Ersten auf’s Mofa um und auch ich wurde wie viele von uns vom Virus für’s motorisierten Zweirad befallen. Interessant ist, dass manche dem nicht verfielen, aber trotzdem ihren Status in der Clique nicht verloren haben. Und dass sie dem Fahrrad bis heute verfallen sind. Bei einem von ihnen fiel mir kürzlich sein Profilbild auf. Obwohl wir weit auseinander wohnen, haben wir seit unserer gemeinsamen Oberstufenzeit bis heute Kontakt. Halb im Scherz bat Eberhard, genannt ‚Emse‘ um einen Beitrag für diese Website, und er war tatsächlich der Erste, der geliefert hat. Und weil Fotos so viel Leidenschaften, über die Vergangenheit und unsere Geschichte erzählen, soll er in diesem Beitrag unter dieser Rubrik zu Wort kommen.
Emse