Im Sommer diesen Jahres habe ich Post vom Umweltamt bekommen. Bestandsaufnahme von Gebäuden mit Ölheizung. Nein, es geht nicht um CO2. 2022 kam es hier im Tal zu einem Ölunfall im Wahnbach, der die Trinkwassertalsperre für Siegburg speist. Ursache war ein defekter Heizöltank.

Im vergangenen Winter habe ich schon nach Möglichkeiten gesucht, sie zu sanieren und auszutauschen, da sie im selben Raum wie meine Werkstatt ist, und dort erhebliche Platzreserven beansprucht. Als Folge der Ahrtal-Flut haben sich auch die behördlichen Auflagen deutlich verändert, und mir war schnell klar: Jetzt hilft nur ein kompletter Austausch. Beim Kostenvoranschlag wurde mir schwindelig, das hätte ein schönes Motorrad bezahlt. Ärgerlich auch, weil ich perspektivisch ganz von fossilen Brennstoffen weg will. Aber auch das hat seinen Preis, jedenfalls wenn man eine optimale Variante umsetzen möchte.

Da die neuen doppelwandigen Tanks an anderer Stelle stehen, schafft das endlich Platz und etwas mehr Bewegungsfreiheit in der Werkstatt. Dazu muss allerdings erst dieser Bereich saniert werden, was zunächst für Räumerei, Enge und viel Staub sorgt. An Schrauben ist also erst mal nicht zu denken. Und weil mir nicht nach Staub und Betonmischen war, hab ich ein wenig im Archiv gestöbert. Dabei bin ich auch auf den ‚Wellblechfranzosen‘ gestoßen, der in Berlin als Crêpes-Verkaufswagen unterwegs war, und mir 2014 vor die Kamera geraten ist. Gerd war tatsächlich einige Zeit mit sowas unterwegs.

Es hat schon Vorteile wenn ein ehemaliger Klassenkamerad sich während des KFZ-Ingenieur-Studiums mit LKW-fahren und der Reparatur von Unfallautos etwas Geld verdient. Als ich mit heftig aus dem Motorraum rauchendem Bambino auf der Autobahnraststätte Medenbach stand, konnte er mit Zugmaschine und Trailer helfen. Wir waren tatsächlich so dusselig, die Mechanik der per Bimetall temperaturgesteuerten Lüftungsklappe der Gebläse-Kühlung verkehrt herum einzubauen. Je heißer der Motor wurde, umso mehr wurde die Lüftungsklappe geschlossen, effektive Kühlung also verhindert. Erstaunlich, dass er dennoch knapp 200 km Autobahn durchhielt, bevor er den Hitzetod starb. Aber ein passender Motor lag noch bei Albert in der Garage, damals konnte man noch so einiges auf dem Schrottplatz für kleines Geld ergattern. Lehrgeld nennt man das in diesem Fall.

Durch die Triple-Restaurierung habe ich in den Neunzigern ‚Ago‘ kennengelernt. Seine Renn-Trident mit der Startnummer X30 war früher im Einsatz als meine Honda, also begleitete ich ihn öfter mit der Kamera. Als ich vor einiger Zeit mal meine Kamerautensilien aufgeräumt habe, ist in einer der Analog-Kameras tatsächlich noch ein nicht entwickelter Film aus dieser Zeit aufgetaucht. Ich musste erst mal schauen, wer mir den noch entwickelt, entsprechende Fotoläden gibt es nicht mehr an jeder Ecke.



In der Regel bin ich hinter der Kamera, also eher selten auf Fotos zu sehen. Aber hier hat ‚Ago‘ mal ganz unbemerkt einen Schnappschuss gemacht, als ich damit beschäftigt war, den Renn-Triple für einen Artikel ordentlich zu fotografieren. Damit kann man gegebenenfalls nicht nur Stunden, sondern ganze Tage verbringen.

Piet hat mal kurz mit dem Kart-Sport geliebäugelt. Also sind wir ein paarmal Samstags früh aufgestanden und er konnte beim örtlichen Verein testweise mittrainieren. War aber wohl nicht sein Ding. Bald danach wurde das Laptop interessanter.

Tatsächlich bin ich im Sommer viele Jahre lang an schönen Tagen über Landstraßen im Bergischen Land mit dem Motorrad zur Arbeit gefahren. Und einmal hat mir Albert mit der Kamera in unserer Garageneinfahrt aufgelauert, als ich nach Hause kam.


Und dann sind da noch etliche ganz alte Schwarz-Weiß-Fotos aus der Jugend meiner Eltern. Erzählen können Sie nichts mehr, auch meine Mutter ist kürzlich gestorben. Aber an so ein paar Anekdoten erinnere ich mich noch. Mal sehen, vielleicht berichte ich die auch bald mal.

Aber es hilft alles nichts, jetzt muss ich wohl doch erst mal mit Staub und Beton weiter arbeiten.
