Bei meinem letzten Besuch im Museum in Neckarsulm habe ich mir endlich den Jubiläums-Bildband mit genommen. Wenig Text, viel Fotos. Aber zu jedem der 125 darin vorgestellten Motorräder gibt es die wesentlichen Informationen. Ein interessantes Buch, wenn man sich einen Überblick über Motorrad-Klassiker verschaffen will, auch wenn der natürlich damit keineswegs vollständig sein wird.

Eine gute Ergänzung, weil nochmal eine völlig andere Zusammenstellung von Motorrad-Klassikern ist der Katalog der im Guggenheim-Museum ausgestellten Motorräder. Auch hier wieder erstklassige Fotos und etwas mehr Text.

Der nächste Titel bedarf eigentlich keiner weiteren Erläuterung: Fotos von klassischen Rennmaschinen aus hundert Jahren, gekonnt im Studio abgelichtet. Ein Augenschmaus für jeden Fan alter Renntechnik.

Jürgen Nöll und Wolfgang Schneider haben sich ein besonderes Thema herausgepickt. Spannend wie ein Krimi liest sich die NSU-Nachkriegs-Renngeschichte. Es ist erstaunlich, wie die NSU-Leute aus Nachkriegsruinen binnen weniger Jahre Rennmaschinen auf die Räder stellten, die den Weltmeistertitel holten. Die Geschichte ist garniert mit viel entsprechendem altem Fotomaterial. Sehr lesenswert!

Nach dem Krieg waren die Engländer eine dominante Macht auf dem Motorradmarkt und auf den Rennstrecken. Der bekannte Fahrwerksbauer Colin Seeley beschreibt sein Wirken in dieser Rennszene von den sechziger bis in die neunziger Jahre geradezu akribisch mit Ergebnislisten, aber auch mit vielen Erlebnissen und Anekdoten, sowie reichlich Bildmaterial. So füllt er zwei dicke Bände.


Natürlich gibt es auch einige Literatur über die bekannten Rennstrecken. Eine, die es leider nicht mehr gibt, ist die Solitude bei Stuttgart. Ihre Geschichte beschreiben Frank-Albert Illg und Thomas Mehne.

Ja, ich bin ein alter HONDA-Mann. Trotzdem denke ich, dass dieses Buch jeden Rennsportfan begeistern wird, denn es beschreibt sehr aufschlussreich die fast 25 Jahre andauernde Wiedergeburt in Form mehrerer detailgetreuer Replicas des wahrscheinlich faszinierendsten Renn-Motorrads das je gebaut wurde: Der HONDA Six. Gut geschrieben, bestückt mit reichlich tollen Fotos.

Ok, bisher ging es hauptsächlich um großformatige, dicke (Bild-)Bände, die teilwiese nicht einfach und leider auch oft nur relativ hochpreisig zu beschaffen sind, weil sie nur noch im antiquarischen Buchhandel zu finden sind. Ein Buch das handlicher ist, und günstiger beschafft werden kann, und das mir schon nach wenigen Seiten beim Lesen sehr gut gefallen hat, hat Melissa Pierson geschrieben. Sehr unterhaltsam, so manches Erlebnis, das sie schildert, hat mich an meine eigene Motorrad-Biografie erinnert. Bekommt von mir die Note sehr gut.

Kürzlich habe ich noch einen guten Tipp von Peter bekommen, ganz gelesen hab ich es noch nicht. Trotzdem kann ich jetzt schon sagen: Es ist lesenswert. Ein sehr schöner Band, der deutlich macht, dass Motorrad fahren meistens sehr viel mehr als Motorrad fahren sein kann.

So, bis ihr da durch seid, ist der Sommer wahrscheinlich vorbei, aber der nächste Winter kommt bestimmt…
