Nach einem Espresso machte er sich dann auch bald auf den Heimweg, allerdings nicht ohne Arbeit. Ich hatte nämlich bemerkt, dass sein Kardangehäuse Ölnebel aufwies. So wie es aussieht, ist einer der beiden Getriebewellen-Simmerringe undicht. Entsetzt war ich allerdings, als er mir erzählte, nach wieviel Kilometern die Kardanwelle in der Regel schon ersetzt werden muss, welcher Aufwand das ist, und welche Kosten damit verbunden sind. Ganz ehrlich: Da bleib ich lieber bei der Kette. Aber wie heißt es so schön: „Jedem Tierchen sein Plaisierchen.“

Wenige Tage später höre ich wieder Zweizylindersound in meiner Einfahrt, diesmal ist es aber Sound von der Insel. Peter führt die Bonnie aus. Einfach ein schönes Motorrad.

Meine 400er Yoshimura Honda soll dieses Jahr auf den FOUR-Club-Stand der Messe Dortmund. Vorher muss ich sie aber ein wenig abstauben und aufpolieren, noch steht sie da, wie sie im Herbst in Hockenheim von der Piste kam. Da meine Hebebühne wegen des Werkstattumbaus im Moment nicht zur Verfügung steht, muss ich einen Vormittag lang im Wohnzimmer auf allen Vieren um sie herum krabbeln. Das motiviert, an der Werkstatt zügig weiter zu arbeiten.

Diesmal fahre ich schon Montags zum Messegelände, um den Jungs beim Aufbau ein wenig zu helfen. Ich finde es immer wieder klasse, wie in diesem Club die Mitglieder an einem Strang ziehen, und solche Events organisieren. Das läuft ohne nennenswerte Probleme, es herrscht ein netter Umgangston, und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Da habe ich mit einem anderen Motorrad-Club schonmal deutlich schlechtere Erfahrungen gemacht.


Und natürlich macht es immer Spaß, den einen oder anderen Clubkollegen mal wiederzusehen und sich auszutauschen.


Als ich dann Samstags zum Messebesuch nach Dortmund fahre, kommen Piet und zwei seiner Freunde mit. Und als wir am Clubstand ankommen, steht ein Mitarbeiter von Honda Japan, der z. Zt. In der Deutschland-Vertretung arbeitet, an meinem Renner und sieht ihn sich ganz genau an.

Der Messe-Veranstalter hat gewechselt, deshalb sind die Hallen ein wenig anders belegt. Trotzdem wird erfreulich viel Alteisen-Material ausgestellt. Insgesamt ist die Ausstellungsfläche vergrößert worden, und es ist proppenvoll.

Die Wenigsten dürften wissen, dass Norton auch mal ein Wankel-Modell gebaut hat. Und nochmal deutlich weniger dürften mal eines im Original gesehen haben.

Der ADAC nutze als Publikums-Magnet zwei Münch-Modelle. Ein Moderator fragte dem Publikum mit Technik-Fragen wie „wo sitzt die Benzin-Pumpe“ und „wo ist der Ölkühler“ Löcher in den Bauch, für richtige Antworten gab es kleine Giveaways. Mir brachten drei richtige Antworten minutenschnell einen Radfahr-bein-Reflektor, ein Kartenspiel und ein Kettenspray ein. Danach machte der Moderator erst mal Pause…

Nach einem unterhaltsamen Tag machen wir uns auf den Heimweg. In Much kaufe ich schnell noch für’s Abendessen ein und stelle mich in eine freie Parklücke neben ein schönes MG-Cabriolet. Der Fahrer dürfte etwa Mitte 80 sein, und strahlt seinen Oldtimer an. Wir kommen schnell ins Gespräch und er meint: „Hab gestern den ganzen Tag poliert, ist die erste Ausfahrt dieses Jahr. Läuft wie ein Töpfchen!“

Steve meldet sich mit Fotos von der Technorama Kassel. Er bestückt mit den Kollegen vom Team Waldhessen den Stand mit italienischem Renngerät.


Und dann meldet sich noch Gerd, der sich mal wieder in Asien rumtreibt, und schickt einen Motorrad-Schnappschuss vom Straßenrand. Anscheinend wird da die Kategorie „Rat-Bike“ exzessiv ausgelebt.

Bloß nach Japan ins HONDA-Museum schafft es der Gerd irgendwie nie…
