Motorrad

Saisonbeginn 2026

Die milden Februar- und Märztage sind vorbei, vor meinem Fenster stürmt und regnet es. Zeit um ‚Indoor‘-Aktivitäten zu erledigen. Der früheste Motorrad-Vogel war in diesem Jahr Rolf. Es war sonnig, aber noch recht kühl, als er mit seiner GS in meine Einfahrt bollerte.

Armin

Nach einem Espresso machte er sich dann auch bald auf den Heimweg, allerdings nicht ohne Arbeit. Ich hatte nämlich bemerkt, dass sein Kardangehäuse Ölnebel aufwies. So wie es aussieht, ist einer der beiden Getriebewellen-Simmerringe undicht. Entsetzt war ich allerdings, als er mir erzählte, nach wieviel Kilometern die Kardanwelle in der Regel schon ersetzt werden muss, welcher Aufwand das ist, und welche Kosten damit verbunden sind. Ganz ehrlich: Da bleib ich lieber bei der Kette. Aber wie heißt es so schön: „Jedem Tierchen sein Plaisierchen.“

…ja, da ist etwas undicht…

Wenige Tage später höre ich wieder Zweizylindersound in meiner Einfahrt, diesmal ist es aber Sound von der Insel. Peter führt die Bonnie aus. Einfach ein schönes Motorrad.

Wann machen die Eisdielen auf?

Meine 400er Yoshimura Honda soll dieses Jahr auf den FOUR-Club-Stand der Messe Dortmund. Vorher muss ich sie aber ein wenig abstauben und aufpolieren, noch steht sie da, wie sie im Herbst in Hockenheim von der Piste kam. Da meine Hebebühne wegen des Werkstattumbaus im Moment nicht zur Verfügung steht, muss ich einen Vormittag lang im Wohnzimmer auf allen Vieren um sie herum krabbeln. Das motiviert, an der Werkstatt zügig weiter zu arbeiten.

Macht man eigentlich nicht im Wohnzimmer: Polierarbeiten. Aber wenigstens ist die musikalische Begleitung in gehobener Klangqualität da, irgendeinen Vorteil muss das ja haben.

Diesmal fahre ich schon Montags zum Messegelände, um den Jungs beim Aufbau ein wenig zu helfen. Ich finde es immer wieder klasse, wie in diesem Club die Mitglieder an einem Strang ziehen, und solche Events organisieren. Das läuft ohne nennenswerte Probleme, es herrscht ein netter Umgangston, und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Da habe ich mit einem anderen Motorrad-Club schonmal deutlich schlechtere Erfahrungen gemacht.

Harald macht nicht nur die Redaktion der Clubzeitung, er ist auch immer dabei, wenn es den Messestand oder das Jahrestreffen zu organisieren gilt.
Noch so einer, der den Laden am Laufen hält: Heinz, Administrator der Clubzeitung und Organisator des Messestands.

Und natürlich macht es immer Spaß, den einen oder anderen Clubkollegen mal wiederzusehen und sich auszutauschen.

Der Clubstand dürfte wie immer einer jener gewesen sein, die mit dem meisten polierten Chrom geglänzt haben.
Wieder ein feines Bike auf dem Drehteller.

Als ich dann Samstags zum Messebesuch nach Dortmund fahre, kommen Piet und zwei seiner Freunde mit. Und als wir am Clubstand ankommen, steht ein Mitarbeiter von Honda Japan, der z. Zt. In der Deutschland-Vertretung arbeitet, an meinem Renner und sieht ihn sich ganz genau an.

Peter hatte seine Eckert mitgebracht, die durch ihre belegte Renn-Historie besonders interessant ist.

Der Messe-Veranstalter hat gewechselt, deshalb sind die Hallen ein wenig anders belegt. Trotzdem wird erfreulich viel Alteisen-Material ausgestellt. Insgesamt ist die Ausstellungsfläche vergrößert worden, und es ist proppenvoll.

Der Schnittmotor, der sich per Handkurbel bewegen lässt, interessiert Besucher jedes Jahr.

Die Wenigsten dürften wissen, dass Norton auch mal ein Wankel-Modell gebaut hat. Und nochmal deutlich weniger dürften mal eines im Original gesehen haben.

Wankel-Norton.

Der ADAC nutze als Publikums-Magnet zwei Münch-Modelle. Ein Moderator fragte dem Publikum mit Technik-Fragen wie „wo sitzt die Benzin-Pumpe“ und „wo ist der Ölkühler“ Löcher in den Bauch, für richtige Antworten gab es kleine Giveaways. Mir brachten drei richtige Antworten minutenschnell einen Radfahr-bein-Reflektor, ein Kartenspiel und ein Kettenspray ein. Danach machte der Moderator erst mal Pause…

Technik-Quiz-Objekt Münch.

Nach einem unterhaltsamen Tag machen wir uns auf den Heimweg. In Much kaufe ich schnell noch für’s Abendessen ein und stelle mich in eine freie Parklücke neben ein schönes MG-Cabriolet. Der Fahrer dürfte etwa Mitte 80 sein, und strahlt seinen Oldtimer an. Wir kommen schnell ins Gespräch und er meint: „Hab gestern den ganzen Tag poliert, ist die erste Ausfahrt dieses Jahr. Läuft wie ein Töpfchen!“

Schraubt und fährt auch mit über 80 Jahren noch. Scheint so, als würde das Alteisenhobby jung halten.

Steve meldet sich mit Fotos von der Technorama Kassel. Er bestückt mit den Kollegen vom Team Waldhessen den Stand mit italienischem Renngerät.

Aufbau Messestand Team Walhessen. (Foto: Stefan S.)
Die flotte Duc von Steve. (Foto: Stefan S.)

Und dann meldet sich noch Gerd, der sich mal wieder in Asien rumtreibt, und schickt einen Motorrad-Schnappschuss vom Straßenrand. Anscheinend wird da die Kategorie „Rat-Bike“ exzessiv ausgelebt.

Alptraum deutscher TÜV-Prüfer. (Foto: Gerd L.)

Bloß nach Japan ins HONDA-Museum schafft es der Gerd irgendwie nie…