Motorrad

Typisch April

Typisch April: Die letzten Tage sonnig bei milden Temperaturen, so dass ich die 400er in Betrieb nehmen und einige Arbeiten im Garten erledigen konnte. Piet wollte heute die Clubman mitnehmen, da seine 400er wegen des Saisonkennzeichens erst in gut zwei Wochen auf die Straße darf, und er in letzter Zeit wegen der Streiks im ÖPNV Probleme hatte, zu Job und Uni zu kommen. Aber bei den 8 Grad und nasskaltem Wetter heute überlegt er sich das vermutlich nochmal. Schade, ich hätte ihn sonst begleitet, es wäre dieses Jahr unsere erste kleine gemeinsame Fahrt gewesen.

Armin

Aber vor der ersten Ausfahrt im Frühling steht ja immer erst mal Pflege an. Nicht nur das Motorrad muss wieder startklar gemacht werden, auch klassische Lederbekleidung brauch Zuwendung. Über die Jahre habe ich viele Methoden und Mittelchen ausprobiert und benutze nun seit vielen Jahren fast ausschließlich Lederpflegeprodukte von Effax.

Effax Lederöl hält Leder weich und geschmeidig.

Früher habe ich Effax-Fett für die Lederklamotten verwendet. Aber eine Fachfrau hat mir dann mal erklärt, dass dies zwar für eine gewisse Zeit wasserdicht hält, aber nicht so tief ins Leder eindringt und die auch die Poren verschließt, also das Leder weniger atmen lässt. Auf ihre Empfehlung hin bin ich auf Effax-Öl umgestiegen, und tatsächlich hält sich das Leder seither besser. Der gute Nebeneffekt: Im Fett blieb der ganze Straßenstaub kleben, das Öl zieht ein und trocknet ab, so dass die Klamotten nicht so schnell verschmutzen. Einzige Ausnahme: Die Stiefel! Die sollen Wasser so effektiv wie möglich abweisen, hier kommt weiter Leder-Fett zum Einsatz.

Linkes Stiefelpaar: Links der bereits gereinigte und gefettete Stiefel, rechts vor der Behandlung.

Natürlich gibt es auch von anderen Herstellern entsprechende Produkte, im Reitsport z. B. müssen Ledersättel gepflegt und vor Wind und Wetter geschützt werden, hier wird man im Reitzubehör-Handel, z. B. in Raiffeisen-Märkten fündig.

Endlich kann ich mich dank des gewonnenen Platzes, den vorher zwei Öltanks belegten, frei um die Hebebühne bewegen. Ein Quantensprung!

Ein ganz wichtiger Fortschritt Anfang April war, dass meine Werkstatt endlich wieder benutzbar war. Zwar muss ich mich noch um ein paar Details kümmern, aber die 400er konnte ich schon mal startklar machen. Das war an einem Nachmittag erledigt, schließlich hatte ich im vergangenen Jahr ja die ganz große Inspektion gemacht. Und so konnte ich an einem warmen Nachmittag letzte Woche die ersten Kilometer in unserem 48. gemeinsamen Jahr abspulen.

Außerdem kann ich jetzt geradeaus auf die Hebebühne rollen. Und damit dies ohne Kraftakt geht, habe ich mir eine extralange Schiene geschweißt, die die Senke vor der Werkstatttür überbrückt. So dürfte selbst die 230Kg schwere Trident leicht auf die Hebebühne zu bewegen sein.
Die erste Runde über kleine Straßen im Bergischen Land in diesem Jahr. Allerdings mit vielen Baustellenampeln. Kommt da etwa das „Sondervermögen“ an?

Einmal über die nächste Hügelkette und das angrenzende Tal, dann bin ich bei Peter. Manchmal sind es die kleinen Dinge, bei denen man Hilfe braucht. Um die Zündschloss-Lichtschalter-Kombi in den frisch lackierten Scheinwerfertopf einzubauen, braucht man eigentlich vier Hände und mehrere Werkzeuge gleichzeitig. Warum also nicht gleich zu zweit mit vier Händen arbeiten, das ist deutlich stressfreier als stundenlanges einsames Gefummel.

Das Runde muss ins Eckige – oder so ähnlich…

Man vergleiche mit den Fotos oben: Während bei mir deutliche Arbeitsspuren vom Schleifen, Flexen, Schweißen, Spritzen und der unvermeidliche Staub vom Holzofen in der Werkstatt unübersehbar sind, und mäßige Ordnung herrscht, Gleicht Peters Keller einem Show-Room. Ich bewundere Menschen, die sowas konsequent durchhalten, ich habe nicht die Nerven, Geduld und Ordnungssinn dafür.

Der Show-Room-Schrauber-Keller. Schön ist das schon, wenn man so eine Sammlung so präsentiert. Aber auf das Kabelpuzzle da wo der Scheinwerfer an der BMW fehlt, hätte ich wenig Lust…
Der erfüllte Traum ist das jüngste Sammlerstück.
Die wäre zu haben. Leider außerhalb meiner Budget-Möglichkeiten.
Aber Peter ist nicht der Einzige, der ein solches Ambiente pflegt.

Und dann gibt es da noch die überaus interessante Geschichte von Marcus und Jochen, beide Fahrer von raren Weslake-Nourish-Rennern. Aber davon will ich erst mal nicht zu viel verraten, empfehle jedoch die Lektüre der MOTORRAD CLASSIC Heft 6, die am 30. April erscheint.

Die 850er Nourish-Weslake von Marcus.
Jochen mit der 500er Rickman-Nourish-Weslake.