Werkstatt

Post von Alteisenkollegen

Winter ist, mal abgesehen vom Besuch von Eisbahnen, Skipisten und Weihnachtsmärkten eher die Zeit für Indoor-Aktivitäten. Eine davon ist die heimische Werkstatt. So erreichen mich im Winter immer mal wieder Mails von Hobby-Kollegen, zu deren Inhalt interessante Fotos gehören.

Armin

Gerd hatte mal angefangen, zu einem bereits umfangreichen Fundus an HONDA-CB-500FOUR-Teilen gleich noch Material für den Bau eines Renners zusammen zu tragen.

In Gedanken baut er schon. Alle Teile für einen heißen Motor sind da.

Irgendwann aber ging der Elan und die Motivation für einen Einstieg in die DHM verloren. Im vergangenen Jahr bot er mir den Bausatz zu wirklich verlockenden Konditionen an, und ich sagte erst mal ja. Aber schließlich siegte die Vernunft. Kein Platz in der Garage und in den Regalen für ein weiteres Projekt, da waren schon genug Projekte gelagert. Keine Zeit und auch kein Geld für noch eins. Außerdem hatte ich ja bereits einen Renner für die fragliche Klasse.

Man müsste nur noch zusammenbauen…

Also winkte ich erst mal mit Bedauern ab. Und da das Material zu schade zum Verrotten in Regalen ist, wollte er es nach und nach inserieren. Da erinnerte ich mich an Manfred. Er hatte sich eine pistentaugliche Honda XBR 500 aufgebaut und war dieses Jahr am Nürburgring erstmals gestartet. Da er im Fahrerlager neben uns stand, kamen wir schnell ins Gespräch.

Auch ein Teil der Fahrwerkskomponenten war bereits aufpoliert.

Manfred bekam von Gerd das Angebot, den kompletten Bausatz zu einem mehr als fairen Preis zu übernehmen. Außerdem boten wir Manfred an, jederzeit mit dem vorhandenen Know How zu unterstützen.

Rahmen gestrahlt und lackiert, und der Sitzhöcker passt auch.
Da ich zu der Zeit meinem 400er Renner neuen Lack verpasste, bereitete ich ihn gleich mit auf und lackierte ihn. Er ist das einzige Teil, das ich jetzt übernommen habe, da er perfekt zu einem meiner Projekte passt.
Dafür hat Manfred auch diesen ausgesprochen schönen und seltenen Tank in perfektem Lack übernommen.

Kurze Zeit später fuhr er mit Anhänger am Auto bei Gerd vor, und wir luden ein. Bevor er aber an der FOUR schrauben kann, muss er das angefangene zweite XBR-Projekt noch vollenden.

Sie ist beliebt bei Einsteigern der DHM, da man sie für kleines Geld auftreiben kann. Sie verfügt über einen guten Motor und ein solides Fahrwerk, das hier bereits fast fertig auf den Rädern steht. Der Tank stammt von der 400 FOUR, Sitzhöcker und Schutzblech sind sportliches Zubehör. (Foto: Manfred W.)
Wie ist es Manfred, kommt da noch ein wenig Tuning rein? Wenigstens ein dicker Vergaser? Ja, ich weiß, den muss man dann abstimmen… (Foto: Manfred W.)

Ich bin mal gespannt, was er nach den ersten Runden mit der FOUR sagen wird. Die wird nämlich zumindest eine scharfe Nockenwelle und bereits abgestimmte offene Vergaser bekommen (siehe Titelbild; Foto: Gerd L.). Außerdem war bei dem Bausatz als Option ein 600-ccm-Kit dabei…

Überrascht hat mich Stefan, genannt Stevie. Eigentlich dachte ich, er schraubt an einer Ducati. Aber weit gefehlt: Er schraubt auch gerne an dickeren Brocken: An Unimogs. Klar, die Dinger sind Kult. Und leisten viel. Ich hätte aber weder den Platz, noch irgendeine Verwendungsmöglichkeit. Trotzdem schön, dass jemand sie erhält. Und es scheint, dass Stevie hier genauso kundig Hand anlegt, wie an seine Ducatis, immerhin wird schon Nr. Zwei aufgebaut.

Piekfein. Im harten Arbeitseinsatz, der in der Regel ihr Los war, haben die Unimogs schnell anders ausgesehen. Hier dürfte also einige Arbeit drin stecken. (Foto: Stefan S.)
Und hier dürften auch andere Schlüsselweiten als an der Ducati benötigt werden. (Foto: Stefan S.)
Angstgegner Elektrik? Hier hat Stevie wohl vorgesorgt und alle Anschlüsse beschriftet. Das erleichtert den Zusammenbau erheblich. (Foto: Stefan S.)

Derweil ist Martin noch dabei, eine ungute Schadensdiagnose zu verdauen. Seine sehr leistungsfähige Zweitakt-Yamaha wollte zuletzt nicht mehr. Wenn dann bei der Demontage der Auspuffanlage kleine, verkohlte Aluklümpchen rausfallen, ist das in der Regel ein ganz schlechtes Zeichen.

Geschmolzenes Alu. Sieht nach einem kapitalen Motorschaden aus. (Foto: Martin B.)

Das Bittere ist, dass die Ersatzteilsituation für diese Yamahas ziemlich schlecht aussieht. Das macht Teile die noch zu bekommen sind dann ausgesprochen teuer.

Die Zweitakt-Rakete braucht in jedem Fall eine neue Kurbelwelle und neue Kolben. Und Hobby-Rennfahrer haben in der Regel keine Sponsoren… (Foto: Martin B.)
Martin gehört zu den Schraubern, über die ich immer staune. Sehr sauber und gründlich, und mit einer Ordnung am Arbeitsplatz, wie ich sie nie einhalten kann. (Foto: Martin B.)

Dafür hat Ago nun definitiv herausgefunden, warum die Kurbelwelle im Gehäuse meines Motors, der in die Rob North soll, etwas schwergängig dreht: Das Axialspiel im linken Gehäuseteil ist etwas knapp. Mal sehen, was wir da machen…

Stellt man das Ganze auf die Seite, dreht die Welle leicht. Hmmm… (Foto: Torsten B.)