Werkstatt

Werkstattnews

Mein Werkstattumbau nähert sich endlich dem Ende, so dass ich wahrscheinlich in den nächsten Tagen das erste Motorrad auf die Hebebühne schieben kann. Wird auch Zeit, die Anderen haben das warme Wetter schon genutzt und sind gefahren, während meine Motorräder noch nicht die übliche Winterinspektion hinter sich gebracht haben.

Armin

Immerhin habe ich es geschafft, mich mal um das Thema Lichtmaschine der 400 FOUR zu kümmern. Als ich Piet’s 400er startklar hatte, stellte sich die Lima als defekt heraus. Eine günstig erworbene Gebrauchte hat dann funktioniert. Bei der Vorbereitung unserer letztjährigen Bamberg-Tour habe ich an meiner 400er den nach 47 Jahren sehr maroden kurzen Kabelbaum von der Lichtmaschine zum Hauptkabelbaum schon mal erneuert. Dabei ist mir bewusst geworden, dass diese Lima noch die erste ist, 180 000 km hinter sich hat, und immer noch funktioniert. Bemerkenswert! Aber die Kabelhüllen sind vom Alter, Kettenschmiermittel und Motorhitze inzwischen völlig hart und versprödet und brechen langsam weg. Also nur noch eine Frage der Zeit, bis hier ein Ausfall eintritt. Deshalb sollte vor unserer diesjährigen Tour eine komplett neue Lima rein.

Komplett neu gewickelt und mit neuen Kabeln bestückt.

Inzwischen gibt es relativ günstig Replicas. Da ich aber gerade mit Elektro-Replica-Teilen in den letzten Jahren immer wieder recht durchwachsene Erfahrungen gemacht habe, zögerte ich, sowas zu kaufen. Zumal sich anhand der Fotos im Netz deutliche Unterschiede zur originalen Bauform zeigten, und alles doch recht chinesisch billig anmutete. Ich hielt mich also an die Regel „wer billig kauft, kauft zweimal“ und schickte die defekte Ex-Lima aus Piet’s 400er an eine Werkstatt, die sich darauf spezialisiert hat, Motorrad-Limas neu zu wickeln. Zwei Wochen später hatte ich sie komplett saniert wieder. Macht optisch einen sauberen Eindruck, mal sehen wie gut sie funktioniert.

Komplett saniert und einbaufertig. (Foto: Martin B.)

Aber wie immer wird auch von anderen der Winter zum Schrauben genutzt. Dass Martin seinen 350er-Yamaha-Rennmotor nochmal neu aufbaut, hatte ich berichtet, inzwischen ist er fertig zum Einbau. Mal sehen ob wir uns in dieser Saison mal wieder im Fahrerlager treffen.

Ausgerechnet ein 400 FOUR-Tank soll auf den XBR-Renner. (Foto: Manfred W.)

Manfred nähert sich auch langsam der finalen Bauphase seines zweiten XBR-Renners. Wenn er den 500 -FOUR-Bausatz noch zusammenschraubt, hat er einen richtigen kleinen Rennstall.

Lackierarbeiten macht er sauber, der Manfred. (Foto: Manfred W.)
Vielleicht gebe ich meine Lackarbeiten in Zukunft an ihn? (Foto: Manfred W.)

Peter’s MZ zickt diesen Frühling bei der Inbetriebnahme etwas. Eine der Ursachen ist wohl ein falscher Vergaser. Eine andere möglicherweise Schmutz. Also landen zwei Vergaser erst mal bei mir im Ultraschallbad, obwohl sie optisch völlig sauber wirken. Jeder Vergaser bleibt letztendlich drei Stunden im Bad, und die Dreckbrühe die danach übrig bleibt, zeigt dass dies durchaus sinnvoll war.

Sieht nach dem ersten Ultraschall-Tauchgang schon mal ganz gut aus.
Drei Stunden im Ultraschallbad haben doch noch einiges an Schmutz gelöst.

Da wir alle nicht jünger werden, und die Gelenke einrosten, kann man insbesondere bei alternden Fahrern alter Brit-Bikes den Trend zum Anlasser beobachten. Früher flogen die Anlasser raus: Zuviel Gewicht, mangelnde Funktion, leistungsschwache Blei-Akkus. Inzwischen gibt es deutlich kleinere, leichtere und höher drehende Anlasser, und auch die Batterie-Technik hat sich weiterentwickelt.

Die etwas stärkere und damit voluminösere Batterie passt nur nach einem Umbau des Batterie-Halters in den Rahmen.

Alois z. B. implantiert einen solchen Anlasser in eine seiner Norton Commandos. Da er eine wirklich starke Batterie verwenden will, muss er im Rahmendreieck Ordnung und Platz schaffen. Ein geänderter Batterie-Halter, ein anders verlegter Kabelbaum, und der Umbau am Primärtrieb sind erforderlich. Nichts was man an einem Nachmittag erledigt.

Neue Ordnung im Rahmendreieck.
Der japanische Anlasser arbeitet mit deutlich höherer Drehzahl als das schwere englische Original, und startet die Norton entsprechend zuverlässiger.

Peters BMW hat zuletzt mit leichtem Ölverlust an den Zylinderkopfdeckeln genervt. Besonders blöd war, dass die Quelle des Öl-Nebels nicht eindeutig zu identifizieren war. Da der Verdacht letztendlich auf die eingepressten Stößel-Hüllrohre fiel, kamen die Zylinderköpfe zum Spezialisten, der bei der Gelegenheit auch gleich die Ventilsitze auf Bleifrei-Betrieb umbauen sollte. Dieser Umbau stand schon länger eh auf der To-Do-Liste.

Immer wieder schön, wenn Bauteile sauber aufgearbeitet zurück kommen. Da macht die Montage Spaß. (Foto: Peter S.)

Bei der Montage stellte sich dann heraus, dass die Ursache für den Öl-Nebel nicht die Stößel-Hüllrohre waren. Vielmehr hatte ein Vorbesitzer falsche Hutmuttern zur Fixierung der Zylinderkopfmuttern verwendet. Deren Bohrung und Gewinde waren zu kurz, so dass der Deckel nicht ausreichend auf die Dichtung gezogen wurde. Der Teufel steckt wie immer im Detail. Mit originalen Hutmuttern hat es dann funktioniert.

Die erste Probefahrt hat die BMW inzwischen mit positivem Ergebnis bestanden. (Foto: Peter S.)

Da der Februar viele Tage mit gutem Wetter und milden Temperaturen brachte, war ich auch viel um’s Haus herum beschäftigt. Im letzten Jahr fehlte mir familiär bedingt die Zeit, die wuchernden Brombeeren überall zu entfernen, so dass ich dies nun nachgeholt habe. Danach sieht sieht man immer aus, als hätte man mit einem Tiger geschmust. Und Abends muss man trotz Lederhandschuh die Brombeer-Stacheln mit Stecknadel und Pinzette aus den Fingern pulen.

Die Teichtechnik hinter der Werkstatt benötigt noch ein paar Arbeiten, und das Laub muss noch raus.

Das Eiligste und Gröbste hab ich erledigt, und auch der Werkstattumbau ist nun bald abgeschlossen. Dann kann ich mich endlich wieder mehr dem Mopped-Schrauben widmen.

Endlich mehr Platz um die Hebebühne, es mach die Arbeit sehr viel angenehmer, wenn ich mich dabei nicht mehr wie ein Schlangen-Mensch bewegen muss.
In den Regalen liegt noch genug Projekt-Material. Sehr beruhigend.